Es geht weiter ... 

Ganz langsam verschwamm sein Gesicht vor ihren Augen. Es machte ihn ein wenig unrealer und Leila konnte wagen von der Seite zu träumen, die sie so an ihm liebte. Warum, warum nur, war er nicht einfach immer der liebevolle Junge, der sie in den Armen wiegte und von dessen Küsse ihr schwindelig im Kopf wurde? Sie seufzte und blinzelte die Tränen aus ihren Augen. Kalt liefen sie ihre Wangen hinunter. Wieso sagten ihr immer alle, sie solle ihn vergessen, da er ein Arschloch sei? Warum konnte keiner verstehen, dass sie das genauso gut wusste wie all ihre Freunde, aber sie ihn eben einfach nicht vergessen wollte?! Leila drehte die Musik noch ein wenig lauter und hoffte ihre Mutter nicht zu einem erneuten Streit zu provozieren. Sie spielte mit dem Gedanken sich einfach ins Bett zu legen und zu schlafen. Aber ihr war klar, dass sie stundenlang kein Auge zu machen würde, also hoffte sie, er könnte plötzlich an ihr vorbeifliegen wie eine Staubfluse, die sie nur einzufangen brauchte. Sie rieb sich die Müdigkeit aus den Augen und massierte behutsam ihre Schläfen. Schwer atmend lehnte sie sich zurück und tastete mit einer Hand nach der Zigarette neben ihrer Tastatur. Ihre Finger zitterten und sie dachte wehleidig grinsend an die Kommentare ihrer Klassenkameraden während sie sich die Zigarette ansteckte. Ein tiefer Zug beruhigte ihre Lungen. Sie lehnte ihren Kopf in ihren Nacken. Ihr Atem schien in letzter Zeit seinen eigenen Willen zu entwickeln. In einem Moment ging er flach und rasch, dann kam er nur langsam und mühsam und in grausamen Augenblicken setzte er ganz aus. Es erschreckte sie nicht einmal mehr, dass sie sich nach diesen Augenblicke wünschte, sie hätte nicht mehr angefangen zu atmen. Ihr Leben machte einfach keinen Sinn mehr. Sie brauchte ihn zum glücklich sein, sonst war jeder Tag nur der leere Kokon, den der bunte Schmetterling schon lange hinter sich gelassen hatte. Sie musste die aufkommende Übelkeit untedrücken und versuchte die Erinnerungen mit ihr hinunterzuschlucken. Jimmy wollte ihren Kopf einfach nicht räumen, von ihrem Herzen ganz zu schweigen. Ihre Gedanken überschlugen sich und der Bildschwirm flimmerte vor ihren Augen. Hastig tippte sie eine Statusnachricht ein und erhob sich mit wackligen Knien von ihrem Stuhl. Die Zigarette drückte sie nur zur Hälfte geraucht aus und wankte dann zum Badezimmerspiegel. Wieder blickte sie in dieses unglückliche verheulte Gesicht. Wenn sie den Spiegel nur zertrümmern könnte, mit samt ihrem Ebenbild darin, wie Jimmy es mit ihrem Herz gemacht hatte. Aus ihrer Trauer wurde erneut Wut. Sie spürte es. Irgendwann würde die Liebe letztendlich Verachtung und vielleicht sogar ein wenig Hass weichen. Bis sie zu Dankbarkeit werden würde. In diesem Moment war es ihr klar. es war eine geile Zeit gewesen und sie wollte die Erinnerungen nie mehr los lassen, aber noch deutlicher erkannte sie, dass noch viel bessere Zeiten auf sie warteten. Zeiten, in denen sie ihr Spiegelbild nicht hasste und in denen sie nicht zitternd vor dem PC auf die Nachricht ihres Prinzen wartete. Ihr Herz klopfte noch immer schmerzend in ihrer Brust. Wie lange wohl musste sie noch jede Nacht wach liegen und sich von alten Bildern geplagt in den Kissen wälzen? Wann endlich konnte sie aufhören die Vergangenheit lebendig machen zu wollen? Sie spürte erneut den Wunsch in sich aufkeimen, eine zweite Chance zu erhalten. Eine zweite Chance, um sie ihm an den Kopf zu werfen und zu sagen: Ich schenk sie dir, gib mir mein Herz dafür zurück! Und sie würde es schaffen...sie hatte all die lieben Menschen um sich herum die ihr zur Seite stehen würden...sie würden sie auffordern die zweite Chance wegzuwerfen so wie es Sam bei Frodo am Schicksalsberg mit dem Ring getan hatte. Und wenn sie sich daran klammern würde und einen Neubeginn wagen würde, dann wären sie für sie da und würden sie auch in dieser Entscheidung unterstützen. Sie atmete ganz ruhig ein und aus. Sie bestimme selbst über das luft holen. Sie bestimmte wie ihre Welt sich drehte und sie bestimmte wie das Gesicht im Spiegel aussieht, dass sie ansah. Es blickte mit einem hoffnungsvollen Lächeln auf sie zurück und das Licht unter der Badezimmertüre breitete sich aus wie der Schimmer eines neuen Morgens...

 

Das Ende ist noch lange nicht geschrieben, doch trotzdem kam ich mithilfe von Krisi's Vorschlag näher ! Ich danke dir sooo sehr für alles meine Süße... Ich liebe dich über alles! Ich freu mich schon gemeinsam mit euch am 10. Dezember die Harmonie in HN zu rocken... *freu&strahl*

Silbermond wir kommen :-)

26.11.06 16:00
 


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